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Rezensionen

Rezension zu Eis essen

Der neue Gedichtband von Thomas Mentzel enthält auf über 200 Seiten mehr als 140 Gedichte und Lyriken, illustriert von eigenen Malereien.
Ich gebe unverhohlen zu, ich bin sehr voreingenommen an das Werk heran gegangen und bin, nach etwas Abstand und Einwirkzeit, positiv überrascht, wenn man das dann noch so sagen will.
Wenn ich Lyriker lese, beobachte ich das, was mir seine Lyriken erzählen, meist selbst noch einmal und es kommt mir immer wieder so bekannt vor, dass ich diese kleinen Augenblicke bildhaft vor mir sehe.
Wenn ein Lyriker aber über sich selbst erzählt, dann muss man schon mehrmals seine Gedicht-Gedanken lesen, weil seine Geschichte nicht immer die Bilder so ausschmücken, wie wir Leser es erwarten.
So heißt sein Werk nicht umsonst im Untertitel "Lyrische Gedanken", weil er nicht nur das beobachtet, was er nur so gesehen hat, wie es uns allen zugänglich gewesen wäre, sondern zudem sich selbst beobachtet und das in gemischten Aggregatzuständen. Es sind die Gedanken, die die Gedichte von Thomas Mentzel prägen.
So empfinde ich seine guten Gedichte oft als Spiegel seiner schlechten Tage, wie es sicherlich und ebenso umgekehrt ist. Wenn ein Zweifler zu mir spricht, spricht er auch meinen Zweifel an, malt mir bekannte Gemütszustände in Worte und Bilder aus. Bilder, die wir meist auch sehen, uns aber die Gabe fehlt, sie in einem vergleichbaren lyrischen Rahmen malen können.
So beschreibt das Gedicht "Eis essen" nicht nur einen recht einfachen, physischen Vorgang, sondern auch eine typisch menschliche Reaktion. Da es bei Menschen aber niemals das reine stereotyp gibt, fällt Thomas Mentzel oft aus dieser Norm heraus und dann werden seine Lyriken vielschichtig, dann erzählen sie uns den Thomas Mentzel, der mit einem Leben voll Erfahrung uns beschreibt, dass jeder, und ich, alles verschieden sehen kann, und doch es immer sehr "einsam" betrachtet wird. Das Leben malt sich durch unsere Gedanken und diese Gedanken gehören trotz Veröffentlichung nur Thomas Mentzel allein.
In " Den Tag gewinnen" trennt er die Strophen mit "Überleben" und meint in meiner Wahrnehmung "Leben", denn die Episoden haben wir alle für uns schon verarbeitet. Nachdem ich dieses Gedicht gelesen habe, ist mir nichts Neues begegnet, aber ich sehe es wieder, um viele neue Facetten reicher, das Leben.
So skizziert er in dem Gedicht "Wintermorgen" fast musikalisch einen W. Turner in Worten, grenzt aber auch sich und damit jeden Leser davon aus, dass wir alle das gleiche sehen. Wir sehen nur. Aber niemand sieht das, was Thomas Mentzel gesehen haben wird und niemand wird, und das behaupte ich gerne, es genau so sehen und beschreiben können. Das bleibt allein Thomas Mentzel vorbehalten und das bildet die Quintessenz seines Werkes.
Mit "Eis essen" brilliert Th. Mentzel in seiner Domäne Lyrik. Ein Buch, dass ich gerne empfehlen möchte und das uns um viele Bilder reicher macht.

Danke, Thomas, für dieses Buch.

Dr. Rudolf Hanebeck

Auszug aus einer Mail

Das sagt ein Bekannter:

Nach langer, langer Zeit habe ich mal wieder ein Gedichtband in die Hand gelegt bekommen und bin begeistert!
Der Lyriker, nebenbei auch Maler, stellt sich hier als intensiver, manchmal auch als stiller Beobachter vor, dem es in diesem Erstlingswerk fantastisch gelingt, mit (oft auch wenigen) Worten, Bilder entstehen zu lassen.
In seinen Gedichten drückt er seine Empfindungen für die Natur aus ("Gänseblümchen"). Er kann traurig ("Bin so müde"," Depression") sein, aber auch komisch ("Das Weibsbild aus Daun", "Manche Fliegen") so dass, wie in "Plittersdorf ihm "der "Löwe aus dem letzten Zahn pfeift". Besonders schön sind seine Liebesgedichte, manchmal kurz, bündig und auf dem Punkt gebracht ("Hallo").
Persönlich haben mir "Melancholie", "Manchmal", "Geschichten",und "Abend rieselt leise" am Besten gefallen, so dass mich am Ende des Buches die lyrischen Gedanken wieder an die längst verschollen geglaubte Welt der Gedichte herangeführt hat! - Vielen Dank!

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